Darktable — kurz erklärt

Beim Bear­bei­ten meh­re­rer Fotos am Stück schei­den sich hin­sicht­lich der Bear­bei­tungs­soft­ware die Geis­ter. Für mich Grund genug, an die­ser Stel­le ein­mal näher dar­auf ein­zu­ge­hen und mei­ne Stan­dard­soft­ware grund­le­gend vor­zu­stel­len.

Werbung!

Da ich in RAW-For­mat foto­gra­fie­re, benö­ti­ge ich zunächst einen Raw-Kon­ver­ter. Die ers­te Wahl unter Linux ist für mich dabei das Open-Source-Pro­gramm Darkta­ble. Das Pro­gramm ist kos­ten­los und läuft bei mir unter Linux. Aus Per­for­mance­grün­den bevor­zu­ge ich Arch-Linux, doch ist es letzt­end­lich uner­heb­lich, mit wel­cher Dis­tri­bu­ti­on man unter­wegs ist.

Darkta­ble (eng­lisch):

Um die “fri­schen” Fotos in Darkta­ble ein­zu­le­sen, impor­tie­ren wir die Daten direkt von SD-Card. Ich gehe bei grö­ße­ren Daten­men­gen meist den Umweg, die Roh­da­ten über den Datei­ma­na­ger von SD in ein fer­tig beschrif­te­tes Ver­zeich­nis zu kopie­ren; erst danach öff­ne ich die­ses unter Darkta­ble. Die Vor­tei­le lie­gen in der Geschwin­dig­keit sowie einer gleich­zei­tig ange­leg­ten Daten­si­che­rung. Sind alle Fotos ein­ge­le­sen, erschei­nen sie auf dem soge­nann­ten “Leucht­tisch”.

Ver­zeich­nis öff­nen oder direkt von SD-Card:

Beim Dop­pel­klick auf das zu bear­bei­ten­de Bild kom­men wir schließ­lich in die “Dun­kel­kam­mer” von Darkta­ble. Auf der rech­ten Sei­te gibt es nun Bear­bei­tungs­grup­pen, wie “Basis­grup­pe” oder “Hel­lig­keits­grup­pe”. Beim Über­fah­ren mit der Maus ist das Gan­ze selbst­er­klä­rend. Es bie­tet sich an, die immer wie­der ver­wen­de­ten Modu­le in den “Favo­ri­ten” abzu­le­gen.

Modu­le auf der rech­ten Sei­te:

Wich­ti­ge Modu­le sind unter ande­rem “Objek­tiv­kor­rek­tur”, “Chro­ma­ti­sche Aberra­ti­on”, “Schat­ten und Spitz­lich­ter” sowie “Wer­te” und “Zuschnei­den & Dre­hen”. Zahl­rei­che ande­re Mög­lich­kei­ten sind zudem aus­wähl­bar. Hat man hier ein­mal eine gewis­se Rou­ti­ne erlangt, gehen die Arbeits­schrit­te künf­tig zügig von der Hand. Das Aus­schal­ten eines Modu­les been­det auch den ent­spre­chen­den Effekt. Ein Dop­pel­klick auf das bear­bei­te­te Foto been­det die “Dun­kel­kam­mer” und führt so zurück zum “Leucht­tisch”.

Wich­ti­ge Modu­le als Favo­ri­ten spei­chern:

Jetzt haben wir die Wahl, ein nächs­tes Foto sepa­rat zu bear­bei­ten oder rechts oben “kopie­ren” anzu­kli­cken. Dies macht vor allem bei meh­re­ren Fotos Sinn, die unter glei­chen Bedin­gun­gen auf­ge­nom­men wur­den. Wir mar­kie­ren die­se Fotos (gedrück­te Strg-Tas­te) und kli­cken auf “ein­fü­gen”. Nun wer­den alle Arbeits­schrit­te des Refe­renz­bil­des auf die aus­ge­wähl­ten Bil­der über­tra­gen.

Beim Expor­tie­ren der Fotos (rech­te Sei­te) emp­feh­le ich das unkom­pri­mier­te TIFF-For­mat. Die­ses lässt dann die Mög­lich­keit, die Fotos nach einem “Fein­tu­ning” (Gimp, Pho­to­shop etc.) ins kom­pri­mier­te JPG zu brin­gen, also ins End­for­mat.

Foto im TIFF abspei­chern:

Mein Fazit (nach eini­gen Jah­ren Nut­zung): Darkta­ble läuft sta­bil und sehr schnell — vor­aus­ge­setzt, man besitzt eini­ger­ma­ßen moder­ne Hard­ware. Das Pro­gramm reicht im Funk­ti­ons­um­fang nicht ganz an Ado­bes Ligh­troom her­an, hat aber alle not­wen­di­gen Bear­bei­tungs­mo­du­le an Bord. Die Bedie­nung ist zunächst etwas gewöh­nungs­be­dürf­tig, doch das legt sich nach kur­zer Zeit. Darkta­ble ist kos­ten­los, Pro­gramm-Updates wer­den regel­mä­ßig zusam­men mit dem Sys­tem­up­date ein­ge­spielt.

Werbung!

Darkta­ble läuft unter Linux, macOS, Sola­ris und FreeBSD. Unter Win­dows kann man Darkta­ble zum Lau­fen brin­gen, indem man in einer vir­tu­el­le Umge­bung (z.B. Vir­tu­al­box) ein Linux als Basis instal­liert. Auf der Pro­jekt­sei­te gibt es ein aus­führ­li­ches Manu­al; vie­le wei­te­re Vide­os etwa fin­den sich auf You­Tube.

Bei­trag tei­len!

Das könnte Dich auch interessieren...

1 Antwort

  1. Tim Peters sagt:

    Hal­lo Tho­mas

    Ein schö­ner Arti­kel zu Darkta­ble! Eine klei­ne Anmer­kung zu Win­dows: Seit weni­gen Tagen gibt es eine Pre-Alpha Ver­si­on für Win­dows. Zum Ken­nen­ler­nen / Aus­pro­bie­ren von Darkta­ble ist das wohl eine bes­se­re Alter­na­ti­ve, als umständ­lich eine vir­tu­el­le Maschi­ne mit Linux auf­zu­set­zen.

    Gruss
    Tim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Translate »